Gruppenbild der SPOE Tirol beim Infostand zum Equal Pay Day

Der 1. Oktober 2015 - ein sehr unerfreulicher Tag für die Arbeitnehmerinnen im Bezirk Imst. Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleicher Arbeit sind leider kein Phänomen, sondern immer noch gelebte Realität. In einem Bezirk in Tirol ist der Unterschied ein ganz gewaltiger.

 

Ab dem 1. Oktober 2015 beginnen die Arbeitnehmerinnen im Bezirk Imst - statistisch gesehen - für den Rest des Jahres gratis zu arbeiten. Damit liegt dieser Bezirk im tirolweiten Vergleich unter dem Durchschnitt. Um die Aufmerksamkeit auf diese Problematik zu lenken und diese Fehlentwicklung zu stoppen, fand auch in diesem Jahr im ganzen Land der "Equal-Pay Day" statt.

Um endlich einen Umschwung herbeiführen zu können, müssen Mädchen und junge Frauen schon früh über Einkommen und Ausbildungsmöglichkeiten informiert werden. Denn leider zeigt die Statistik, dass zwei Drittel aller weiblichen Lehrlinge im Jahr 2014 einen von zehn Berufen ergriffen haben. Dabei sind Berufe wie Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau oder Friseurin unter den Spitzenreitern. In den Bereichen Forschung, Entwicklung, Technologie oder Naturwissenschaften sind Frauen noch immer stark unterrepräsentiert. Diesem Verlauf gilt es schon frühzeitig zu begegnen - beispielsweise mit Infokampagnen in Schulen oder mit Schnuppertagen für junge Mädchen in diesen Berufsfeldern. Hinzu kommt, dass die Branchen, in denen viele Frauen arbeiten, deutlich schlechter entlohnt werden.

Gleiche Entlohnung bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation

Dass Frauen bei gleicher Arbeit und bei gleicher Qualifikation in vielen Fällen noch immer weniger verdienen als die Herren der Schöpfung ist nicht nachvollziehbar und auch nicht zu akzeptieren. Ein Umdenken muss dringend stattfinden, die traditionellen und veralteten Rollenbilder müssen aus den Köpfen der Gesellschaft weichen.

Unsere Forderungen bleiben daher weiterhin aufrecht: mehr Frauen in Führungspositionen, mehr Frauen in Aufsichtsräte und die Einführung einer verpflichtenden Quote. Die Praxis und die Entwicklung zeigen nämlich, dass sich nur durch guten Willen und Verständnis für die Lage vieler Arbeitnehmerinnen die Situation nicht so schnell ändern wird.

Eigentlich eine Schande für das 21. Jahrhundert! Wir werden jedoch weiter dran bleiben und uns für eine Schließung der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen einsetzen.

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